Serenade

Dunkelheit füllt schon den Garten

Und es säuselt leis der Wind.

Katz‘ tut auf den Kater warten,

Der sich leider nirgends find‘t.

.

Sterne stehen hoch am Himmel,

Warten auf des Mondes Licht.

Und der Vögel bunt Gewimmel

Stört das Säuseln abends nicht.

.

Rosenduft und Sommerzauber

Füllt den Garten voller Lust.

Horch am Dach gurrt noch ein Tauber,

Wirft verliebt sich in die Brust.

.

Komm‘ aus deinem Zimmer runter,

Weil ich dich so lang nicht sah!

Werd‘ nun endlich doch mal munter!

Das Gewitter ist schon nah!

.

Wolkenbruch ist zu erwarten –

Lass mich bitte jetzt mal rein!

‘s wird schon reichlich feucht im Garten –

Horch – nun setzt der Regen ein!

.

Bin jetzt nass wie‘n alter Kater,

Der nachts durch die Pfützen rennt.

Lass mich rein, ich weiß, dein Vater

Liegt doch längst und schnarcht – und pennt.

.

Komm, mach endlich auf die Türe,

Dass ich steig ich zu dir hinauf.

Oder willst du Liebesschwüre?

Nee – mir langt‘s – jetzt pfeif ich drauf!

©GE

Gertrud Everding

Abendgeflüster.

Abendgeflüster.

irrlichter tanzen .

unter der weide
ist die wiese lila
hier flüstern feen
geweihte weisen.

in dem knackenden astwerk
hocken spinnengespenster
fadengespinnste im wind
bilden klebrige schlingen

durchsichtige stricke
um die nacht zu fangen
thronende kobolde
spähen nach tagesherzblut

auf schillernden schneckenhäuschen.

in ihren faltigen augen versinkt
der träumende abend
in goldrostige klänge.

© Chr.v.M.

Korrupt bis auf die Knochen …

Korrupt bis auf die Knochen …

Oh Gott, was herrscht hier für’n Gestank …
es ist ja nicht mehr auszuhalten.
Da hockt „Korrupti“ hinterm Schrank
als Kumpel von Rundfunks Verwalten

und brütet seine Eier aus
seit ungezählten Daseinstagen.

Da ward getafelt und geschlemmert –
da werden Boni zugeschanzt –
der Mensch im Land wird echt behämmert
weil, jeder Posten ist verwanzt.

Was als RBB zivil benannt,
und allgemein auch so bekannt –
ist eh doch nur ’ne Jauchekuhle für Korumpierers _rumgesuhle.
Kopfgeld wurd‘ gar auslobt für jeden Rausschmiß aus dem Leben,

so wie es uns dereinst bekannt
aus Pinkertones Gründerleben.

Lasst sie man so weitermachen
denn sie kennen eh kein Maß –
irgendwann wird’s dann richtig Krachen –
und DAS, DAS wird bestimmt kein Spaß.

©ee

ewaldeden2022-08-10

Zwischenwelt . . .

Zwischenwelt . . .

Der Himmel um mich
wurde blasser –
mich zog es,
ich weiß nicht warum,
ich musste ans Wasser .

Mein Fühlen war krumm –
Natur musste mich
mit Natur erschlagen,
ich konnte den Alltag
nicht mehr ertragen
.

Die Wellen der See,
sie nahmen mich fort –
sie trugen mich endlich
an den seligen Ort.

Die Farben des Himmels,
sie stimmten mich leise –
ich sah die Beschwernis
auf andere Weise.

Doch plötzlich zog ein Nebel davor,
und ich stand wieder kalt
in des Lebens Tor.

… ich für mein Teil
lieb‘ wahr nichts so sehr
wie wildbewegt Wasser,
wie lebendiges Meer.

©ee

Ewald Eden

Tränen

Tränen

Wenn irgendwann im Schmerz
du Tränen hast geweint,
sei sicher, dass dein Herz
nicht bleibt, wie es jetzt scheint.

Die Tränen sind die Saat,
für künftig Freudenfeste.
Niemals vergeblich bat,
wer stets gewollt das Beste.

Es flüstert dir der Wind
das, was du nie gedacht.
Drum weine nicht mein Kind –
Das Glück kommt über Nacht.

© GE

G.Everding

Sternbilder.

Sternbilder

Nacht im Dämmerlicht,

Schon längst versank

Die Sonnenscheibe.

Doch immer noch

Glimmt´s silbern dort herauf,

Bemalt mit Schattenrissen

Geisterhaft den Horizont.

Am Himmelsrund

Erscheint nun Stern um Stern.

Schimmernde Diamanten

Auf dunk´lem Samt.

Hell blitzend fliegt schon

Im Zenith der Schwan,

Das Kreuz des Nordens.

Hoch dort im Süden

Kreist der Adler,

Den funkelnden Blick

Von Jagdlust geschärft.

Andromeda,

Liebliche Königstochter,

Geheimnisvoll

Mir zugewandt,

Künderin ferner Welten.

Was ist schon der Mensch?

Horch,

Klirrender,

Singender Ton!

Grillen beim

Hochzeitsgesang.

Oder sind´s

Sphärenklänge?

Am Nordhimmel zieht

Der Sternenwagen,

 Wie lang´ wohl schon. . .

Wie lang´ wohl noch? –

Da schenkt mir Perseus

Mit leichter Hand

Ein Feuerwerk.

Sternschnuppen,

Schnell wie Gedanken.

Und da! Und hier!

Ein Lichterspiel!

Vorbei –

Die Sterne schweigen.

© GE

G.Everding

2002

Herbstmorgen

Herbstmorgen

Es tagt!

Morgenrot flammt
Über Wald und Moor

Herbstgrau im Dunst

Wolkenschiffe
Verlöschen letzte Sterne

Ahnungsvoll
Schweigt der Wind

Kein Vogelruf

Braune Blätter rascheln
Wie im Traum

Wandergänse

Auf dem Zug nach Süden
Rasten weit draußen

Auf dem See

Schnattern leise
Von grünen Gestaden

Das Gras, so nass vom Tau –

Das Gras, so nass vom Tau
Rose, warum weinst du
.© GE

G.Everding

Unter dem Himmelsgewölbe.

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Unter dem Himmelsgewölbe

Wie es duftet
zwischen all den Blüten
knospet und aufbricht
mit der Erwartung.

Wie es sich wirft
über die Wiesen
zwischen goldenen Kleidern
bis zum Schirmchenflug.

Wie er nun trägt
stolz der Tageshimmel
samtblaue Kleidung
Wölkchen betupft.

Wie es nun flieht
die Stille im kühlen Garten Eden
wie ich empfinde die Freude
in allem Blütenrauschen.

Bis die
Abendsonne
vor uns munter
samtrot noch einmal lacht.

©Chr.v.M